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Etikette


Sensei - der Lehrer

Der Meister, der Älteste oder die älteren Mitschüler waren den neuen, jüngeren Schülern übergeordnet. Somit wuchs dessen Verantwortung, die Schülern auf den richtigen Weg zu führen, ihnen nicht nur eine äußere Kunst des Kämpfens und Sichverteidigen beizubringen, sondern Werte, Normen und Einsichten zu vermitteln, die sie auf ihrem langen Lebensweg nutzen konnten. Auf diese Weise bildete sich in vielen, vor allem kleinen Budo-Schulen ein enges Meister-Schüler-Verhältnis, das nach außen gekennzeichnet war von Regeln und Riten. Dieser Verhaltenscodex ordnete auch das Zusammenwirken in den Dojos, die Beziehungen untereinander und stärkte die Vermittlung und Weitergabe ethischer und moralischer Werte.



Dojo - die Übungsstätte

Ursprünglich waren Dojos Räume in Tempeln und Klöstern, in die man sich zur Meditation zurückzog, beziehungsweise Übungsstätten in den japanischen Schwertkampfschulen. Der Begriff Dojo wird nicht nur für den Übungsraum benutzt, sondern bezeichnet auch allgemein die Schule oder den Verein, in dem der Kampfsport gelehrt wird. Klassische Dojos besaßen eine gewisse Atmosphäre, die nicht nur von den Äußerlichkeiten der Raumgestaltung und -umgebung, sondern auch von den Ritualen und menschlichen Beziehungen zueinander geprägt war. Heute wird Karate selten in Räumen trainiert, die einem klassischen Dojo entsprechen. Dennoch kann durch das "Praktizieren" einer Etikette aller Beteiligten eine entsprechende Atmosphäre geschafften werden.



Rei - der Gruß

Ein nicht wegzudenkender Bestanteil japanischen Zusammenlebens ist Höflichkeit und Respekt voreinander. Dies dokumentiert sich beispielsweise in der Verbeugung. Bereits vor dem Betreten und beim Verlassen der Übungshalle grüßt der Übende im Stand (Ritsu-rei) das Dojo an beziehungsweise ab. Der gleiche Gruß im STand erfolgt vor jeder Partnerübung oder jedem Kampf und wenn man den Partner verläßt. Auch hier ist es nicht nur ein höflicher Achtungserweis, sondern man signalisiert dem Gegenüber seine völlige Aufmerksamkeit und Bereitschaft.

Abgrüßen vor oder nach dem Training erfolgt im Kniesitz (Seiza). Dies war früher die formale Sitzhaltung bei Begrüßungen und Unterredungen mit übergeordneten od. fremden Personen. Mit dem schrittweise "in-die-Knie-gehen" dem beide Seiten gleichzeitig folgten, konnte man sein Gegenüber stets kontrollieren und war bis zuletzt in der Lage, das Kurzschwert zu ziehen oder einem Angriff auszuweichen.

Sho-men-ni-rei = Stirnseite des Dojos (Altar, Bild oder Kalligrafie zur Ehrung einers Meisters)
Sensei-ni-rei = Gruß an den Lehrer / Trainer



Gi - der Anzgug

Die japanische Bezeichnung für den weißen Baumwollanzug ist Gi. Er besteht aus einer langärmeligen Jacke (Uwagi) und einer Hose (Zubon), die mit einem Band festgezogen wird. Der Gürtel (Obi) diente ursprünglich dazu, die Jacke zusammenzuhalten. Heute erledigen das kleine Bändchen auf beiden Seiten der Jacke. Die unterschiedlichen Gürtelfarben dokumentieren Schüler (Kyu) und Meistergrade (DAN).



Mit freundlicher Genehmigung von E. Karamitsos
Mehr gibts unter: Karate - Grundlagen mit E. Karamtisos / B. Pejcic
ISBN: 3-8068-1863-0





 
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