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Kumite-Training


Mawashigeri.jpgKampf - Kumite

Kumite ist eine weitere Säule des Karate-Trainings. Der Karateka wird während seiner Laufbahn von den einfachen Kumiteformen zu den schwierigeren geführt. Dabei wird vom Gohon-Kumite, der Anfängerform, bis zum Jiyu-Kumite, der Freikampf-Form, systematisch die Freiheit der Kampfer erhöht.

Im Kumite stellen sich jeweils zwei Übende zusammen auf, grüßen sich und üben dann bestimmte Bewegungsmuster aus der Grundschule zusammen mit dem Partner in der Weise, dass der eine angreift, der andere verteidigt. Der Weg führt hier von abgesprochenen Angriffen und Verteidigungen (jeweils eine Technik, mehrfach hintereinander) über die abgesprochene Durchführung mehrerer unterschiedlicher Techniken bis hin zu freieren Formen des Kampfes, die das eigentliche Ziel darstellen. Dabei entwickelt sich über das systematische, disziplinierte Üben von kontrolliertem Technikeinsatz zugleich eine bessere Selbstkontrolle, ein höheres Selbstvertrauen und innere Ruhe.

Auf diesen inneren Weg kommt es aber entscheidend an: So schön es ist, durch eine Prüfung (die immer alle drei Bereiche umfasst!) eine höhere Graduierung zu erwerben und evtl. eine andere Gürtelfarbe tragen zu dürfen, so wenig ist dieses äußere Merkmal doch entscheidend für das, worum es beim Karate-Do eigentlich geht.



Yakusoku-Kumite
(abgesprochenes Kumite) ist die erste Stufe der am Partner/Gegner angewandten Technik. Dabei folgen beide Partner einem vorher festgelegten Ablauf von Angriff- und Verteidigungstechniken, die in der Regel im Wechsel ausgeführt werden. Ziel dieser Übung ist es, die Bewegungen des Partners/Gegners einschätzen zu lernen, sowie die eigenen Grundschul-Techniken in erste Anwendung zu bringen, ein Gefühl für Distanz und Intensität zu erhalten.



Gohon-Kumite

Fünfschrittkampf Angreifer geht fünfmal mit derselben Technik vor, Verteidiger geht fünfmal mit derselben Technik zurück und macht nach dem fünften Angriff einen Konter. Mit dieser Kumiteform soll das Grundprinzip von Angriff und Verteidigung sowie das Rythmusgefühl mit Partner vermittelt werden.



Sanbon-Kumite
Dreischrittkampf identisch zu Fünfschrittkampf Mit dieser Kumiteform soll das Grundprinzip von Angriff und Verteidigung sowie das Rhtmusgefühl mit Partner vermittelt werden.Durch die Verkürzung von fünf auf drei Techniken wird das Kumite Element etwas dynamischer.



Kihon-Ippon-Kumite
erwidernder Einschrittkampf Angreifer greift mit festgelegter Technik an Verteidiger geht rückwärts, blockt und kontert umgehend. Dieses Kumiteelement erweitert das Karate um das Element Distanzgefühl



Kaeshi-Ippon-Kumite
erwidernder Einschrittkampf Angreifer greift mit festgelegter Technik an Verteidiger blockt und kontert direkt im Anschluss mit derselben Technik die der Angreifer benutzt hatte. Diese Kumiteform vermittelt Rhytmus und Timing mit dem Partner, Distanzgefühl und das Reaktionsvermögen auf einen erwidernden Angriff.



Okuri- Ippon-Kumite
Kampf mit direkt folgendem zweiten Angriff Nur die erste Technik des Angreifers ist bekannt. Verteidiger blockt die erste Technik passend zum angesagten Angriff und kontert. Angreifer greift je nach sich ergebender Distanz mit einer unbekannten Technik an. Der Verteidiger blockt und kontert situationsbedingt ohne Vorgabe der anzuwendenden Technik. Diese Kumiteform vermittelt Distanzgefühl Reaktion auf mehrfachen sowie unbekannten Angriff.



Jiyu-Ippon-Kumite
freier Einschrittkampf Der Angreifer greift nach Vorgabe an, er tastet sich langsam an den Gegner heran bis zu seiner richtigen Distanz und Zeitpunkt. Der Verteidiger wartet, weicht beliebig aus, macht eine zur Distanz angebrachte Verteidigung und kontert. Danach zieht er sich aus dem Angriffsbereich des Gegners umgehend zurück. Diese Kumiteform vermittelt Timing und Distanzgefühl.



Happo-Kumite
Kampfübung in alle Richtungen Verteidiger steht in der Mitte um Ihn herum sind Angreifer. Angriffe werden angesagt und der Verteidiger hat einen Block und Konter frei. Danach wechselt der Angreifer, sodass der Verteidiger permanent eine neue gute Position finden muss wobei die Angriffe permanent varieren und er kurzfristig situationsbedingt handeln muss. Diese Kumiteform dient der Vermittlung von Timing und Distanzgefühl. Kampf gegen mehrere Gegner sowie die Reaktion auf unterschiedliche Angriffe.




Jiyu-Kumite
Freikampfübung Verteidigung und Angriff werden frei gewählt teilweise ohne Ansage oder Bekanntgabe dieser.
Jiyu bedeutet in etwa "Freiheit" oder "sich selbst vertrauen". Allgemein gilt: Man muss, egal ob man die Initiative im Angriff oder in der Abwehr ergreift, "in Haltung gehen und aus der Haltung heraustreten", ungehindert aller einschränkenden Verhaftungen. Es ist also egal, ob man einen Angriff blockt, sperrt, in diesen hineingeht oder selbst zum Angriff übergeht. Wichtig ist nur, all seine Aktionen OHNE ZU DENKEN auszuführen. Das heisst, dass man bei seinen Aktionen nicht von ablenkenden Gedanken erfasst wird. Der Kopf muss kühl bleiben.

Ebenso wie in allen anderen Kampfkünsten hemmen die "Bewegungen im Kopf" letztlich die Bewegungen des Körpers. Der Geist muss ungehindert fließen können, um jede Bewegung des Gegners aufnehmen zu können. Diese Form des Kampfes stellt die Höchstform des klassischen Karate dar. Timing, Distanzgefühl, ein selbstbewusstes Auftreten, eine sichere Kampfhaltung, schnelle und geschmeidige Techniken, gehärtete Gliedmaßen, intuitives Erfassen, ein geschultes Auge, Sicherheit in Abwehr, Angriff und Konter... das alles sollte hinführend zum jiyu-kumite bereits vorher in den anderen Kumite-Formen sowie im Kihon und in der Kata eingeübt werden. Letzteres wird sich jedoch erst im jiyu-kumite sowie im Randori vollends ausbilden: Spontanität.



Jiyu-Ippon-Kumite
Das Jiyu-Ippon-Kumite ist eine Sonderform des Jiyu-Kumite, bei der nur ein Schlag und eine Abwehr ausgeführt werden. In manchen Interpretationen gehört das Jiyu-Ippon-Kumit noch zum Yakusoku-Kumite, erfolgt also mit Ankündigung des Angriffes und nur die Abwehr ist freigestellt.



Randori
(Unruhen/Ungeordnetes abfangen) ist eine freie Form des Partnertrainings, bei der es darum geht ein Gespür für den Fluß eines Kampfes, der Bewegungen und der eingesetzten Energie zu bekommen.Dabei ist es nicht zielführend, wie im Kampf Treffer um jeden Preis zu vermeiden, sondern es ist ausdrücklich erwünscht, daß die Trainierenden Treffer bei gut ausgeführten Angriffen auch zulassen. Es sind keinerlei Vorgaben bezüglich der einzusetzenden Techniken gemacht. Die Übenden sollen vielmehr das spontane Handeln aus den sich ergebenden Situationen erlernen. Das Randori sollte locker und gelassen sein, einen freien Fluss der Techniken ermöglichen und keinen Wettkampfcharakter annehmen.
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Quelle: wikibooks.org
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