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Wertungen Kumite


Wertungen im Kumite-Wettkampf

1. Es gibt folgende Wertungen:

a) SANBON = 3 Punkte
b) NIHON = 2 Punkte
c) IPPON = 1 Punkt



Eine Wertung wird gegeben, wenn die Technik entsprechend der folgenden Kriterien in eine
Trefferzone ausgeführt wird:

a) gute Form
b) korrekte Haltung
c) kraftvolle Ausführung
d) Zanshin
e) gutes Timing
f) korrekte Distanz

SANBON wird gewertet für
a) Jodan Fußtechniken
b) jegliche wertbare Technik, die an einem geworfenen oder selbst hingefallenen
Gegner ausgeführt wird.

NIHON wird gewertet für
a) Chudan Geri

IPPON wird gewertet für
a) Chudan oder Jodan Fauststöße
b) Uchi


Die Angriffe sind begrenzt auf folgende Zielregionen:
a) Kopf
b) Gesicht
c) Hals
d) Bauch
e) Brust
f) Rücken
g) Seite


Eine effektive Technik, die genau in dem Moment ausgeführt wird in dem das Kampf Ende signalisiert wird, ist gültig. Eine Technik, die nach der Aufforderung, den Kampf zu unterbrechen oder zu beenden (YAME), ausgeführt wird, ist nicht wertbar und kann zu einer Bestrafung des Angreifers führen.

Eine Technik, auch wenn sie sauber und korrekt ist, wird nicht gewertet, wenn beide Kämpfer außerhalb der Kampffläche sind. Wenn einer der Kämpfer eine wertbare Technik ausführt, sich dabei aber noch innerhalb der Kampffläche befindet und der Hauptkampfrichter nicht YAME gerufen hat, wird diese Technik jedoch gewertet.

Wenn beide Kämpfer gleichzeitig eine wertbare Technik ausführen, erfolgt keine Wertung (AIUCHI).




  1. Aus Sicherheitsgründen sind solche Würfe verboten, bei denen der Gegner geworfen wird ohne festgehalten zu werden, solche die gefährlich sind, oder solche bei denen der Drehpunkt des Wurfs über der Hüfthöhe liegt. Diese Würfe ziehen eine Verwarnung oder eine Strafe nach sich. Ausnahmen sind konventionelle Karate Fegetechniken, welche es nicht erfordern, dass der Gegner beim Fegen festgehalten wird, wie z.B. ASHI BARAI, KO UCHI GARI, KANI WAZA. Nachdem ein Wurf ausgeführt wurde, erlaubt der Hauptkampfrichter dem Kämpfer zwei bis drei Sekunden Zeit um eine wertbare Technik anzubringen..

  2. Wenn ein Kämpfer durch eigenes Verschulden ausrutscht, hinfällt oder sein Gleichgewicht verliert und der Gegner eine wertbare Technik anbringt, wird die Technik so gewertet als wenn er aufrecht stehen würde.

  3. Gute Form: Eine gut ausgeführte Technik soll Merkmale von möglicher Effektivität innerhalb traditioneller Karatebegriffe zeigen.

  4. Korrekte Haltung: Bezieht sich darauf, dass während der Ausführung der wertbaren Technik deutlich erkennbare Konzentration besteht; ohne schlechte Absichten, keine böswillige Haltung.

  5. Kraftvolle Ausführung: bedeutet Kraft und Geschwindigkeit der Technik sowie der spürbare Wille die Technik erfolgreich durchzuführen

  6. Zanshin: ist das Kriterium, welches am meisten bei der Wertungsvergabe vermisst wird. Es beschreibt den Zustand permanenter Wachsamkeit (totale Konzentration, Beobachtung des Gegners und das Wissen um des Gegners Potential zum Gegenangriff). Er wendet sein Gesicht nicht ab, wenn die Technik ausgeführt wird und schaut den Gegner auch nach der Aktion noch an.

  7. Gutes Timing: bedeutet, eine Technik dann auszuführen, wenn sie den größtmöglichen Effekt verspricht.

  8. Korrekte Distanz: bedeutet entsprechend, dass eine Technik genau aus der Distanz durchgeführt wird, wo sie den größten Nutzen hat. Wenn also eine Technik in dem Moment ausgeführt wird, in dem sich der Gegner schnell wegbewegt, wird die Wirksamkeit der Technik reduziert.

  9. Distanz: Das Kriterium Distanz bezieht sich auch auf den Punkt, an dem die vollendete Technik das Ziel erreicht oder fast berührt. Fauststöße oder Fußtritte, die zwischen Hautberührung und 2 – 5 cm vom Gesicht entfernt sind haben die korrekte Distanz. Wie auch immer, Jodan Fausttechniken, die in einer annehmbaren Distanz das Ziel erreichen und wenn der Gegner keinen Versuch macht, zu blocken oder den Angriff zu vermeiden, werden gewertet, vorausgesetzt sie erfüllen die anderen Kriterien.

  10. Eine wertlose Technik ist und bleibt wertlos, egal wohin und wie sie durchgeführt wird. Eine Technik, die keine gute Form aufweist oder kraftlos ausgeführt wird, ist nicht wertbar.

  11. Techniken, die unterhalb des Gürtels landen, können gewertet werden, solange sie oberhalb des Schambeins treffen. Der Hals und auch die Kehle ist eine Zielregion. Jedoch ist kein Kontakt an der Kehle erlaubt, obwohl eine Wertung für eine sauber kontrollierte Technik, die nicht berührt, gegeben werden kann.

  12. Techniken, die auf den Schulterblättern landen sind wertbar. Der nicht wertbare Bereich der Schulter ist der Übergang vom Knochen des Oberarms zum Schulterblatt und Schlüsselbein.

  13. Das Signal zum Kampfende zeigt das Ende möglicher positiver Wertungen in diesem Kampf an, obwohl vielleicht der Hauptkampfrichter den Kampf versehentlich nicht sofort anhält. Das Signal bedeutet jedoch nicht, dass keine Strafen mehr ausgesprochen werden können. Strafen können durch das Kampfgericht solange ausgesprochen werden, bis die Kämpfer die Matte nach dem Kampfentscheid verlassen. Danach können Strafen immer noch vergeben werden, aber nur durch das Oberste Kampfgericht.

  14. Wahre AIUCHI sind selten. Nicht nur, dass zwei Techniken zur gleichen Zeit ausgeführt werden, müssen beide gültige, wertbare Techniken sein, beide mit guter Ausführung, etc. Zwei Techniken können durchaus gleichzeitig landen, aber selten sind beide – wenn überhaupt eine – effektive Treffer. Der Hauptkampfrichter darf eine Situation nicht als AIUCHI abtun, in der nur eine der gleichzeitigen Techniken wirklich ein Treffer ist. Dies ist nicht AIUCHI.


Auszug: Wettkampfregeln Deutscher Karate Verband




 
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